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Wie Rauchen Ihren Zähnen schadet

Jeder kennt die abschreckenden Bilder auf den Zigarettenschachteln. “Rauchen schädigt Zähne und Zahnfleisch” und “Rauchen verursacht Mund-, Rachen- und Kehlkopfkrebs” heißt es da. Doch wie ungesund ist das Rauchen wirklich für die Zähne?

Neben den bekannten Risiken an Lungenkrebs, Herzinfarkten und Schlaganfällen zu erkranken, unterschätzen viele noch den Einfluss des Rauchens auf die Zähne und die Mundgesundheit.

Rauchen setzt Ihre Zähne sowohl dem Tabak als auch dem Nikotin aus. Als Folge dessen kann es zu fleckigen, gelben Zähnen und zu Mundgeruch kommen. Je mehr Sie rauchen, desto mehr wird Ihr Geschmackssinn beeinträchtigt. Und dies sind leider noch die harmlosen negativen Auswirkungen des Rauchens in der Mundhöhle.

Denn: Rauchen schwächt außerdem Ihr Immunsystem, erhöht das Risiko einer Zahnfleischerkrankung und kann Mundhöhlenkrebs verursachen.

Das hier sollten Raucher über ihre Mundgesundheit wissen:

Wie man “Rauchflecken” von den Zähnen entfernt

Nikotin und Teer im Tabakrauch können gelbe oder fleckige Zähne verursachen. Mehrmals täglich Zähne putzen kann dem gelben Schleier auf den Zähnen entgegenwirken und dabei zusätzlich vor Zahnfleischerkrankungen schützen.

In gut sortierten Supermärkten und in Apotheken findet sich eine Auswahl von Zahnpasten, die für Raucher und gegen die Fleckenbildung geeignet sein sollen. Diese Zahnpasten enthalten spezielle Inhaltsstoffe die helfen Verfärbungen besser zu entfernen.

Achten Sie auf die folgenden Inhaltsstoffe:

  • Backpulver
  • Wasserstoffperoxid
  • Aktivkohle
  • Kokosnussöl
  • Kurkuma

Funktionieren Zahnbleichmittel?

Obwohl häufigeres Zähneputzen helfen kann, “Rauchflecken” zu vermeiden und zu beseitigen, kann Zahnpasta bei starken Verfärbungen nur geringe Verbesserungen liefern.

Es gibt auch rezeptfreie Zahnbleichmittel zu kaufen. Dazu gehören Bleichstreifen oder Bleichgele mit Bleichmitteln, die in mehreren Anwendungen auf die Zähne aufgetragen werden. Jedoch sind diese Produkte immer mit Vorsicht zu genießen, da sie zu Zahnempfindlichkeiten führen und manchmal durch ungleichmäßigen Auftrag, die Flecken noch auffälliger erscheinen können.

Diese rezeptfreien Produkte können oberflächliche Verfärbungen entfernen und das Aussehen Ihrer Zähne verbessern. Aber diese Produkte werden Ihre Zähne wahrscheinlich nicht vollständig weiß machen.

Je nach Stärke der Verfärbung benötigen Sie möglicherweise eine professionelle Zahnreinigung mit anschließender Zahnaufhellung, um durch das Rauchen verfärbte Zähne wieder strahlen zu lassen.

Dieses Aufhellen kann zum Beispiel durch ein Bleaching bei Ihrem Zahnarzt geschehen, oder es werden individuelle Kunststoffschienen angefertigt, mit denen Sie zu Hause Ihre Zähne selbst bleichen können. 

ABER ACHTUNG: Selbst wenn die professionelle Zahnreinigung mit anschließender Zahnaufhellung die Zähne wieder hübsch macht, werden die Ergebnisse nicht lange anhalten, wenn Sie weiterhin rauchen. Möglicherweise müssen Sie die Behandlungen jedes Jahr oder auch mehrfach im Jahr wiederholen. 

Wie man Mundgeruch durch Rauchen bekämpft

Der „Raucheratem“ ist ein weiteres Problem, das viele Raucher plagt. Dieser wird durch frühe Stadien einer Zahnfleischerkrankung oder Mundtrockenheit aufgrund der verminderten Speichelproduktion verursacht.

Diese Optionen können helfen, den Mundgeruch durch Rauchen zu eliminieren:

  • Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal am Tag und benutzen Sie mindestens einmal täglich Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen
  • Trinken Sie viel Wasser, um Mundtrockenheit zu verhindern.
  • Kauen Sie zuckerfreies, zahnfreundliches Kaugummi.
  • Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt für professionelle Zahnreinigungen, um Plaque und Zahnstein von Ihren Zähnen zu entfernen.
  • Reduzieren Sie das Rauchen oder hören Sie ganz auf. 

Sind E-Zigaretten besser für die Zahngesundheit?

In E-Zigaretten ist kein Tabak enthalten, sodass viele Menschen glauben, dass “Vaping” besser für die Mundgesundheit ist.

Während E-Zigaretten keinen Rauch produzieren, enthält der Dampf jedoch Nikotin. Darüber hinaus enthalten E-Zigaretten immer noch andere Chemikalien und Schwermetalle – wenn auch in geringerem Maße als Zigaretten – die für den Körper und die Zähne schädlich sind.

Das Nikotin in diesen Produkten kann das Zahnfleisch schädigen und auch die Speichelproduktion verringern, was zu Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen und schließlich zum Zahnverlust führen kann.

Kann Rauchen Zähne oder Zahnfleisch schädigen?

Wenn Sie das Rauchen aufgeben, steigert es direkt Ihre Mundgesundheit. Denn mit dem Rauchen aufzuhören, senkt die Wahrscheinlichkeit einer Zahnfleischerkrankung.

Eine Zahnfleischerkrankung, im Anfangsstadium Gingivitis und im weiteren Verlauf Parodontitis genannt, ist eine Infektion, die zuerst nur den Zahnfleischsaum betrifft und sich später auf den Knochen ausbreitet und zum Knochenabbau führt. Eine Zahnfleischerkrankung entsteht, wenn es zu Ansammlungen von schädlichen Bakterien und Belägen kommt und der Körper diese nicht beseitigen kann. 

Zahnfleischerkrankungen werden häufig mit Rauchen in Verbindung gebracht, da sich bei Rauchern die Gefäße im Zahnfleisches verengen und somit Schadstoffe viel schlechter abtransportiert werden können und die Zellen des Immunsystems nur noch spärlich an den Ort des Geschehens gelangen.

Menschen, die rauchen, neigen weiterhin dazu, mehr Zahnstein auf den Zähnen zu bilden als Nichtraucher. Das im Tabak enthaltene Nikotin reduziert zusätzlich noch die Speichelproduktion und erleichtert einerseits so die Ansammlung von Bakterien im Mund und andererseits wird der Schutz der Zähne durch den Speichel massiv reduziert.

Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, werden meine Zähne dann besser?

Selbst wenn Sie schon viele Jahre geraucht haben, kann aufhören zu rauchen Ihre Mundgesundheit verbessern und die Wahrscheinlichkeit von Zahnfleischerkrankungen und Zahnverlust verringern.

In einer Studie der University of Newcastle haben Forscher 49 Personen, die geraucht haben und an chronischen Zahnfleischerkrankungen litten, über einen Zeitraum von 12 Monaten beobachtet. Diesen Teilnehmern wurde durch den Einsatz von Nikotinersatztherapie, Medikamenten und Beratung geholfen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Am Ende der 12-monatigen Studie hatte etwa ein Fünftel der Teilnehmer mit dem Rauchen aufgehört. Sie stellten deutliche Verbesserungen ihrer Mundgesundheit fest.

Es wurden weitere wissenschaftliche Überprüfungen durchgeführt, die zeigen, dass die Raucherentwöhnung das Risiko des Beginns und des Fortschreitens von Zahnfleischerkrankungen verringert. Raucher haben ein etwa 80 Prozent höheres Risiko für Knochenschwund und Parodontalerkrankungen als diejenigen, die nicht rauchen.

Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören, selbst wenn man schon lange geraucht hat. Sie werden trotzdem sofortige und langfristige Vorteile sehen und spüren.

Da Rauchen das Immunsystem schwächt, wird es für den Körper auch schwieriger, Infektionen zu bekämpfen. Infolgedessen wird der Knochen, der die Zähne festhält, geschwächt, was zum Zahnverlust führen kann.

Einfache Möglichkeiten, mit dem Rauchen aufzuhören

Hier sind ein paar Tipps, die Ihnen helfen können, mit dem Rauchen aufzuhören und Ihre Mundgesundheit zu verbessern.

Vermeiden Sie Mitrauchen

Wenn Sie sich in der Nähe anderer Menschen aufhalten, während diese rauchen, kann Ihr Verlangen verstärkt werden.

Tun Sie Ihr Bestes, um Menschen und Orte zu meiden, an denen Sie zum Rauchen verleitet werden. Verbringen Sie Zeit an Orten, an denen das Rauchen verboten ist. Begleiten Sie Menschen nicht in ihren Rauchpausen.

Erinnern Sie sich daran, warum Sie aufhören

Jeder hat eine Motivation zum Aufhören. Einige wollen ihren allgemeinen Gesundheitszustand verbessern. Andere tun es für ihre Familie. Vielleicht wollen Sie einfach nur Geld sparen.

Denken Sie regelmäßig darüber nach, warum Sie die Gewohnheit aufgeben. Das kann Ihnen helfen, starke Triebe zu überwinden.

Statt zu rauchen, bleiben sie beschäftigt
Statt zu rauchen, bleiben sie beschäftigt

Beschäftigen Sie sich

Wenn Sie beschäftigt und abgelenkt bleiben, können Sie auch Ihre Sehnsüchte in den Griff bekommen. Der Verstand kann sich immer nur auf eine Sache zur gleichen Zeit konzentrieren. Wenn Sie den Drang zum Rauchen verspüren, stürzen Sie sich in eine Aktivität oder ein Projekt.

Ziehen Sie eine Nikotinersatztherapie in Betracht.

Die Verwendung eines Nikotinpflasters oder eines Nikotinkaugummis kann den Heißhunger verringern und die Aufgabe des Rauchens erleichtern. Befolgen Sie die Anweisungen auf der Verpackung sorgfältig. Es ist möglich, eine Nikotinabhängigkeit von diesen Produkten zu entwickeln.

Schaffen Sie sich eine Ersatzbefriedigung

Naschen Sie zum Beispiel einen Apfel oder eine Karotte, wenn Sie Heißhunger auf eine Zigarette haben. Dadurch tun Sie sogar Ihren Zähnen etwas Gutes.

Atmen Sie bewusst tief ein und aus

In einer Zigarette befinden sich viele Inhaltsstoffe, jedoch keiner der entspannend wirkt. Das, was den Rauchern die Entspannung verschafft, ist vor allem die tiefe Atmung während des Rauchens. Anstatt während des Rauchens tief zu atmen, sollten Sie sich mehrfach am Tage Zeit nehmen bewusst ohne Zigarette tief ein- und auszuatmen. Dies verringert meist das Verlangen nach der Zigarette.

Schritt für Schritt

Vielen fällt es schwer von z.B. 1,5 Schachteln Zigarette pro Tag direkt auf null zu reduzieren. Machen Sie sich nicht so einen Druck. Reduzieren Sie einfach schrittweise die Anzahl der Zigaretten.

Zusammenfassung

Rauchen kann sich, neben den negativen Auswirkungen auf Ihren gesamten Körper, auch  negativ auf Ihre Mundgesundheit auswirken und Ihr Risiko für Zahnfleischerkrankungen, Zahnverlust, schlechten Atem und Mundhöhlenkrebs erhöhen. Das beste Geschenk, das Sie Ihren Zähnen machen können, ist, mit dem Rauchen aufzuhören.

Wenn Sie noch nicht bereit sind, mit dem Rauchen aufzuhören, können Sie sich trotzdem um Ihre Zähne kümmern. 

Es gelten die gleichen Gewohnheiten in Bezug auf die Zahngesundheit: 

Achten Sie darauf, dass Sie mindestens zweimal täglich putzen und täglich Zahnzwischenraumpflege zu betreiben. 

Gehen Sie mindestens zweimal im Jahr (besser häufiger) zum Zahnarzt, um Zahnfleischerkrankungen zu bekämpfen und “Rauchflecken” zu vermeiden.