Karies - Wie Zucker Ihre Zähne zerstört

Karies: Wie Zucker Ihre Zähne zerstört 2019

Es ist allgemein bekannt, dass Zucker schlecht für die Zähne ist, aber das war nicht immer so.

Als der altgriechische Philosoph Aristoteles zum ersten Mal feststellte, dass Süßigkeiten wie weiche Feigen Karies verursachen, glaubte ihm niemand.

Aber im Laufe der Wissenschaft ist eines sicher – Zucker verursacht Zahnfäule, auch Karies genannt.

Allerdings ist Zucker allein nicht der Täter. Vielmehr ist die Kette der Ereignisse, die danach stattfindet, schuld.

In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick darauf, wie sich Zucker auf Ihre Zähne auswirkt und wie Sie Karies verhindern können.

Wie Karies entsteht

In Ihrem Mund leben viele verschiedene Arten von Bakterien. Einige sind vorteilhaft für Ihre Zahngesundheit, andere sind schädlich.

Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass eine ausgewählte Gruppe von schädlichen Bakterien Säure im Mund produziert, wenn sie auf Zucker trifft und diesen verdauen.

Diese Säuren entfernen Mineralien aus dem Zahnschmelz, der die glänzende, schützende Außenschicht Ihres Zahnes ist. Dieser Prozess wird als Demineralisierung bezeichnet.

Die gute Nachricht ist, dass Ihr Speichel hilft, diese Schäden in einem natürlichen Prozess, der Remineralisierung, ständig umzukehren.

Die Mineralien im Speichel, wie Kalzium und Phosphat, sowie Zahnpasta und Wasser, helfen dem Schmelz, sich selbst zu reparieren, indem sie Mineralien ersetzen, die bei einem „Säureangriff“ verloren gehen. Dies hilft, die Zähne zu stärken.

Die immer wieder auftretenden Säureangriffe verursachen jedoch einen Mineralienverlust im Schmelz. Mit der Zeit schwächt und zerstört dies den Schmelz und bildet einen Hohlraum.

Ein Loch im Zahn, das durch Karies verursacht wird. 

Das Ergebnis schädlicher Bakterien, die den Zucker in Lebensmitteln verdauen und Säuren produzieren.

Unbehandelt kann sich das Loch in die tieferen Schichten des Zahnes ausbreiten, was oftmals Schmerzen und möglichen Zahnverlust verursachen kann.

Zu den Anzeichen von Karies gehören Zahnschmerzen, Schmerzen beim Kauen und Empfindlichkeit gegenüber süßen, heißen oder kalten Speisen und Getränken.

Zucker zieht schlechte Bakterien an und senkt den pH-Wert Ihres Mundes.

Zucker ist ein Magnet für schlechte Bakterien.

Es gibt grob gesagt, zwei Arten von Bakterien im Mund, die Karies verursachen können. 

Beide ernähren sich von dem Zucker, den Sie essen, und bilden Zahnbeläge, die einen klebrigen, farblosen Film bilden, der sich auf der Oberfläche der Zähne bildet.

Wenn die Plaque nicht durch Speichel oder Zähneputzen weggespült wird, wird die Umgebung im Mund saurer und die Löcher entstehen.

Die pH-Skala misst, wie sauer oder basisch eine Lösung ist, wobei 7 neutral ist.

Wenn der pH-Wert der Plaque unter den Neutralwert fällt, beginnt der Säuregehalt, Mineralien zu lösen und den Zahnschmelz zu zerstören.

Dabei entstehen kleine Löcher oder Erosionen. Mit der Zeit werden sie größer, bis ein großes Loch entsteht, das auf Dauer die Schmerzen verursacht.

Diese Ernährungsgewohnheiten, können Karies verursachen.

In den letzten Jahren haben Forscher festgestellt, dass bestimmte Ernährungsgewohnheiten bei der Bildung von Löchern in den Zähnen eine Rolle spielen.

 

Verzehr von zuckerreichen Snacks

Auch wenn wir bisher schon darüber gesprochen haben, möchte ich diesen Punkt der Vollständigkeit halber erwähnen.

Überlegen Sie lieber zweimal, bevor Sie sich mit einem zuckerhaltigen Snack belohnen. Viele Studien haben ergeben, dass der häufige Konsum von Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken zu Löcher und Karies führt.

Häufig zuckerreiche Lebensmitteln zu vernaschen, erhöht die Zeit, in der Ihre Zähne der auflösenden Wirkung verschiedener Säuren ausgesetzt sind, was zu Karies führt.

Eine aktuelle Studie unter Schulkindern ergab, dass diejenigen, die häufig Kekse und Chips naschten, viermal häufiger Karies entwickelten als Kinder, die dies nicht taten.

Limonaden und saure Getränke

Eine enorme Quelle für Zucker sind zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Sportgetränke, Energy-Drinks und Säfte.

Neben Zucker haben diese Getränke gleichzeitig noch einen hohen Säuregehalt, der im Zusammenspiel zu Karies führen kann.

Forscher fanden heraus, dass der Konsum von 1-2 zuckerhaltigen Getränken pro Tag mit einem 31% höheren Risiko für Karies in Verbindung gebracht werden kann.

Das bedeutet, dass das Trinken eines zuckerhaltigen Getränks mehr als zweimal täglich fast das Dreifache Ihres Risikos bedeutet, Löcher in den Zähnen zu bekommen, was eventuell sogar dazu führt, Ihre Zähne zu verlieren.

Glücklicherweise hat eine Studie ergeben, dass die Reduzierung der Zuckerzufuhr auf weniger als 10% der täglichen Kalorien das Risiko von Karies verringert.

Essen von klebrigen Lebensmitteln

„Klebrige Lebensmittel“ sind solche, die lang anhaltende Zuckerquellen bieten, wie z.B. harte Bonbons, Atemerfrischer und Lutscher. Diese sind auch mit Karies verbunden.

 

Da Sie diese Lebensmittel länger im Mund behalten, wird der Zucker allmählich freigesetzt. Dies gibt den schädlichen Bakterien in Ihrem Mund genügend Zeit, den Zucker zu verdauen und mehr Säure zu produzieren.

Das Endergebnis sind längere Demineralisierungs- und verkürzte Remineralisierungszeiten.

Selbst verarbeitete, stärkehaltige Lebensmittel wie Chips und Cracker können im Mund verweilen, sich in den Zahnzwischenräumen absetzen und Karies verursachen.

Tipps zur Bekämpfung von Karies

Die Forschung hat herausgefunden, dass auch andere Faktoren die Entwicklung von Karies beschleunigen oder verlangsamen kann. Dazu gehören Speichel, Essgewohnheiten, Mundhygiene und allgemeine Ernährung.

Im Folgenden finden Sie einige Möglichkeiten, wie Sie Karies bekämpfen können.

Achten Sie darauf, was Sie essen und trinken

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die wenig verarbeitete und/oder zuckerhaltige Lebensmittel enthält.

Wenn Sie zuckerhaltige Lebensmittel essen und gesüßte oder säurehaltige Getränke trinken, nehmen Sie sie zu Ihren Mahlzeiten zu sich, nicht zwischendurch. Das reduziert die Zeit, die Ihre Zähne am Tag mit Zucker und Säure in Kontakt kommen.

Eventuell nutzen Sie auch, einen Strohhalm, wenn Sie zuckerhaltige und saure Getränke trinken. Dies gibt Ihren Zähnen weniger Kontakt mit dem Zucker und der Säure in den Getränken.

Fügen Sie außerdem rohes Obst oder Gemüse zu Ihren Mahlzeiten hinzu, um den Speichelfluss in Ihrem Mund zu erhöhen.

Reduzieren Sie den Zuckergehalt

Zuckerhaltige und klebrige Lebensmittel sollten nur gelegentlich verzehrt werden.

 

Wenn Sie sich jedoch mit Süßigkeiten belohnen möchten, trinken Sie etwas Wasser – vorzugsweise stilles  oder Leitungswasser -, um Ihren Mund auszuspülen und den Zucker, der an der Zahnoberfläche haftet, zu verdünnen.

Außerdem sollten Sie Softdrinks nur in Maßen oder gar nicht trinken.

Wenn Sie sie mal eine Cola oder eine Limonade trinken, nippen Sie nicht langsam über einen langen Zeitraum an ihr, sondern trinken sie diese gerne etwas schneller. Dadurch werden Ihre Zähne nicht so lange Zucker- und Säureangriffen ausgesetzt.

Zahnpflege

Das mindestens zweimal tägliche Zähneputzen ist ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung von Karies und Löchern in den Zähnen.

Empfohlen ist zweimal am Tag die Zähne zu putzen. Davon einmal mit einer Zahnzwischenraumpflege.

Sie können eine gute Mundhygiene weiter fördern, indem Sie eine Zahnpasta verwenden, die zum Schutz Ihrer Zähne beiträgt. Das ist in der Regel die gängige Zahnpasta, die sie in den Supermärkten erhalten können.

Darüber hinaus hilft ein anregender Speichelfluss, die Zähne mit nützlichen Mineralien zu versorgen.

Das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi kann auch die Bildung von Plaque verhindern, indem es die Speichelproduktion und Remineralisierung stimuliert.

Dennoch gibt es nichts, was Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch gesund hält, wie ein halbjährlicher Besuch bei Ihrem Zahnarzt.

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Oder kommen Sie direkt in die Praxis vorbei, zu Ihrer Routine Untersuchung.

Zusammenfassend

Wann immer Sie etwas Süßes essen oder trinken, arbeiten die Bakterien in Ihrem Mund daran, es abzubauen.

 

Dabei produzieren sie jedoch Säure. Säure zerstört den Zahnschmelz, was mit der Zeit zu Karies führt.

Um dies zu verhindern, sollten Sie die Einnahme von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken auf ein Minimum beschränken – insbesondere zwischen den Mahlzeiten und kurz vor dem Schlafengehen.

Eine gute Pflege der Zähne und ein gesunder Lebensstil sind die besten Möglichkeiten, den Kampf gegen Karies zu gewinnen.

Und nutzen Sie Ihre Geheimwaffe gegen den Karies:

Ihren Zahnarzt

Herzlichst

Ihr Martin Schönenstein

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